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Kopfverbrecherisches Denken


Zeig mir den Ton einer Hand


Wer kennt es nicht, das Kopfzerbrechen über ein Problem. Es denkt und denkt und wir kommen mit dem Denken nicht weiter.

Das ist besonders dann der Fall, wenn wir uns selbst auf den Grund gehen wollen. 


In der Zen-Traditionen gibt es eine Methode, die uns die Grenzen unseres Denkens bewusst macht und uns in die Erkenntnis unserer wahren Natur hineinschubst.  


Es ist die Tradition des Koans. Dabei stellt der Lehrer dem Schüler eine paradoxe Frage und fordert ihn auf, diese Frage während der Meditation locker im Bewusstsein zu halten. Das tückische am Koan ist, dass es sich nicht mit unserem gewohnten, rationalen Denken beantworten lässt.  


In meiner Zeit als Zen Schüler bekam ich also die Aufgabe «Zeige mir den Ton einer Hand». Jedes Mal wenn ich zum Lehrer ging, forderte er mich ziemlich forsch auf ihm die Lösung des Koans zu zeigen. Wenn ich begann darüber etwas zu sagen, unterbrach er mich, schickte mich wieder ins Zendo zurück mit Aufforderung weiter zu meditieren.  


So ging das hin und her bis ich fast am Verzweifeln war. Ich sah keine Chance die Aufgabe zu lösen. Ich wusste nicht wie. Wie sollte ich dem Lehrer eine Lösung präsentieren, wenn ich nichts sagen durfte?  


Eines Tages forderte er mich abermals auf: «Zeig es mir!» Jetzt wurde ich wütend. Ich erkannte, dass ich mit meiner gewohnten Art Probleme zu lösen niemals eine Antwort finden konnte. Die Energie und Authentizität meiner Wut, führte zum Durchbruch. Die Lösung war da, als wäre es das Einfachste auf der Welt. 


Ein Koan zu lösen ist keine Freizeitbeschäftigung für gelangweilte Zeitgenossen. Es hat einen wesentlichen Wert in der spirituellen Entwicklung.  


Der Weg bis zur Lösung des Koans ist eine Lebensschule. Auf diesem Weg werden alle Konzepte, die ich in meinem Schädel gesammelt und angehäuft habe gesprengt. Im Überschreiten des kopfverbrecherischen rationalen Denkens öffnet sich die Erkenntnis meiner wahren Natur.

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